Gebrauchsanleitung und Vorstellung der KOLOK-offline-Tafel!

Therapie findet nicht nur in der Praxis statt. Was in den übrigen Tagen geschieht, entscheidet über das Tempo der Veränderungen.
Jacek Boroniec
Gründer von KOLOK
Eine der größten Herausforderungen in der myofunktionellen Therapie ist nicht das Beherrschen der Übungstechnik selbst, sondern die Regelmäßigkeit. Patientinnen und Patienten verlieren die Motivation sehr oft schon nach etwa 2 Wochen regelmäßigen Trainings. Wie lässt sich das ändern, damit tägliche Gewohnheiten länger Teil ihres Lebens bleiben?

Gebrauchsanleitung:

  1. Die Fachkraft füllt am Ende des Termins die Therapiekarte aus – Kolok offline.
    ERSTE SEITE – Therapiekarte:

    1. PATIENT/IN

      wichtig ist, dass die Therapie personalisiert ist und direkt den Namen der Patientin bzw. des Patienten nennt.

    2. START / DAUER / ENDE DER THERAPIE

      Eltern, Fachkraft und Patient/in müssen gleichermaßen das Gefühl haben, die Therapie unter Kontrolle zu haben – ohne dieses Gefühl sinkt die Motivation. Ein klar aufgebauter Terminplan lässt das Ziel greifbar werden und motiviert zum Handeln.

    3. FACHKRAFT – KONTAKT

      in einer wirksamen Therapie ist das Gefühl von Sicherheit entscheidend. Das kann ein ständiger Kontakt zur Fachkraft gewährleisten, die auch in den ungewöhnlichsten Situationen die nötigen Hinweise gibt.

    4. NÄCHSTES ZIEL

      hier geht es um die Fähigkeiten, Gewohnheiten und Haltungen, die die Patientin bzw. der Patient nach Abschluss der Therapie erreicht haben soll. Manchmal können das korrekte Bewegungsmuster beim Schlucken, die Nasenatmung oder die richtige Zungenruhelage sein. Wichtig ist, dass das Ziel klar definiert und in einer Sprache formuliert ist, die zur Patientin bzw. zum Patienten passt.

    5. NOTIZEN / ANMERKUNGEN / TIPPS

      dies ist ein Feld für verschiedene zusätzliche Informationen – hier können Sie eine Einkaufsliste für Lebensmittel, einen Trainer, den Sie für ein bestimmtes Übungsset empfehlen, oder eine empfohlene Website eintragen, auf der die Patientin bzw. der Patient die nötigen Informationen findet.

  2. Wir schlagen die Seite auf, auf der wir festgelegt haben, wer Patientin bzw. Patient ist, worauf die Therapie hinarbeitet und woran zu denken ist. Nun legen wir fest, was die Routine ist.

    ROUTINE:

    1. WIE LANGE? 

      hier geben Sie am besten die Anzahl der Tage oder Wochen an, die die Patientin bzw. der Patient das unten beschriebene Übungsset durchführen soll. Achten Sie darauf, dass der von Ihnen festgelegte Zeitraum mit dem Datum des nächsten Termins übereinstimmt. Vorsicht bei der Empfehlung eines einzigen Übungssets für volle 6 Wochen – das wirkt sich in der Regel negativ auf die Motivation aus, da kein Fortschritt sichtbar ist und der Sinn der investierten Mühe nicht spürbar wird. Gemeinsam mit Ihren Patientinnen und Patienten können Sie Übungen, die bereits beherrscht werden, zum Beispiel nach 2 Wochen anpassen – dafür dienen die zusätzlichen ROUTINE-Seiten, die Sie in dem von uns gelieferten Set oder in der kostenlosen PDF-Datei zum Download finden.

    2. WIE OFT? 

      hier geht es um die Anzahl der Wiederholungen pro Tag/Woche – je nach Situation. Empfohlen wird die Methode der kleinen Schritte – lieber weniger Übungen, dafür häufig – täglich oder 2-mal täglich – statt großer Trainingsblöcke 2-mal pro Woche.

    3. ÜBUNGEN 

      hier kommt das Wichtigste. Patientinnen und Patienten müssen wissen, was sie wie tun sollen. Gleichzeitig dürfen es nicht zu viele Übungen sein – das überfordert und wirkt sich negativ auf die Motivation aus. Sie haben 10 Zeilen zur Verfügung, in denen Sie den Namen der Übung, ihre Nummer sowie die Anzahl der Serien und Wiederholungen eintragen können. Gehen wir das im Einzelnen durch:

      • Name der Übung – nach Ihrem Ermessen, wichtig ist, Missverständnisse zu vermeiden. Wir helfen Ihnen, dieses Problem zu lösen, indem wir eine Übungsbibliothek kostenlos zur Verfügung stellen – sowohl auf dem YouTube-Kanal als auch auf unserer Website. Uns ist bewusst, dass der Umfang der Materialien noch nicht vollständig ist, deshalb fügen wir aktiv weitere Videos hinzu. Wenn etwas fehlt, melden Sie sich bei uns über die Website kolok.app – wir nehmen die Übung, die wir übersehen haben, für Sie auf!
      • Nummer (KOLOK-Code) – jede unserer Übungen hat einen eigenen Code – das erleichtert die Kommunikation. Sie finden diesen Code am Anfang der Beschreibung jedes unserer YouTube-Videos. Außerdem ist jede Übung in mehreren Sprachen verfügbar. Die Übung D02 gibt es als D02 PL, D02 EN, D02 DE usw.  So können Schulungsmaterialien in der Sprache der Patientin bzw. des Patienten weitergegeben werden – ohne dass übersetzt werden muss.
      • SERIEN X WDH. – Anzahl der Serien und Wiederholungen – wie im Fitnessstudio (z. B. 3 x 5 Sek.). Geben Sie hier an, wie oft und wie lange die jeweilige Übung wiederholt werden soll. Die Maßeinheiten müssen Sie selbst anpassen, je nach Übung.
      • QR-CODE – schalten Sie auf dem Smartphone die Kamera ein und richten Sie sie auf diesen Code, um auf unseren YouTube-Kanal zu gelangen und die vollständige Übungsbibliothek zu sehen. Patientinnen und Patienten haben jederzeit Zugriff darauf. Am Anfang jeder Übung steht der KOLOK-Code – damit die Patientin bzw. der Patient genau weiß, um welche Übung es geht!
  3. ZEIT FÜR DIE PATIENTENSEITE!

    Das ist schon alles, was Sie brauchen, damit die Patientin bzw. der Patient genau weiß, was sie bzw. er wann zu tun hat! Wenn Sie die Karte flach auseinanderlegen, finden Sie auf der Rückseite eine Tafel mit 42 rechteckigen Feldern – aufgeteilt in 6 Wochen – die durch runde „Trophäen“-Felder markiert sind. Diese Anzahl ist kein Zufall. Aus Gesprächen mit Fachkräften geht hervor, dass die Übungsmotivation von Patientinnen und Patienten schon nach einer Woche sinkt und sie in der Regel nach 2 Wochen aufhören zu üben. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich eine Gewohnheit nach 3 Wochen regelmäßigen Übens bildet. Die Therapiekarte Kolok offline soll diese Gewohnheit aufbauen und bis zu 6 Wochen aufrechterhalten – das ist ein 3-mal längerer Übungszeitraum, als Logopäden ihn üblicherweise beobachten!

  4. GAMIFICATION – was ist das und wie wirkt es auf Patientinnen und Patienten?

    Gamification bezeichnet die Übertragung von aus Spielen bekannten Mechanismen (wie Punkte, Level, Abzeichen oder Wettbewerb) in die reale Welt, um Menschen zur Erledigung bestimmter Aufgaben zu motivieren. Ein Sticker allein ist nur ein physischer Gegenstand, doch im richtigen Kontext wird er zu einem Abzeichen oder einer visuellen Bestätigung des Fortschritts. Mit diesem Trick steigern wir die Motivation. Wir haben 65 verschiedene rechteckige Sticker entworfen – zum Abhaken der täglichen Erfolge. Für die runden Felder haben wir spezielle runde Trophäen-Sticker – zum Markieren ganzer Wochen in Folge, in denen ohne Unterbrechung geübt wurde. Ein solches System aus gesammelten Belohnungen und Abzeichen motiviert – dem Gehirn fällt es leichter, einen Plan umzusetzen, wenn es das Ziel sieht und merkt, wie es ihm jeden Tag in kleinen Schritten näherkommt.

  5. DIE ARBEIT DER PATIENTEN

    Sie können die Tafel und das Sticker-Set getrost an die Patientin bzw. den Patienten weitergeben.
    Die Therapie beginnt damit, dass für jeden absolvierten Tag der „Routine“ – des verordneten Übungssets – jeweils ein Sticker aufgeklebt wird. Selbst wenn man vergessen hat, was zu tun ist, genügt es, die Übung auf dem YouTube-Kanal oder auf unserer Website zu suchen – und die Hürde verschwindet. Die Fortschritte schreiten voran, und die Ergebnisse der Arbeit sind objektiv sichtbar. Die Fachkraft muss nicht nachfragen, ob geübt wurde, ob man sich erinnert hat, was zu tun ist, und ob man weiß, wozu man es tut.

  6. FORTSCHRITTE – ZUSÄTZLICHE „ROUTINE“-KARTEN

    Stellen Sie sich nun folgendes Szenario vor: Nach 2 Wochen kommt eine Patientin oder ein Patient mit der Tafel zu Ihnen. Die Tafel ist bis zum 14. Feld beklebt, mit zwei runden Trophäen-Stickern am Ende der Woche. Die Übungen, die Sie empfohlen haben, klappen problemlos. Es wäre an der Zeit, einen anspruchsvolleren Plan zu erstellen, damit weitere Fortschritte möglich sind. Wir wollen die Spuren des bisherigen Fortschritts nicht zerstören. Im Set liefern wir weitere Routine-Karten mit, die Sie mit einer anspruchsvolleren Übungsliste ausfüllen und weitergeben können. Die Tafel mit den Stickern aus den ersten beiden Wochen bleibt weiterhin aktuell. Man sieht, dass „die Arbeit getan ist“, doch der neue Übungsumfang hilft, auf diesem Fundament größere Fortschritte aufzubauen.

    Das heißt:

    1. Man sieht den Verlauf der Therapie – die Zahl der Routinen wächst mit der Zeit.
    2. Man sieht, wie viele Arbeitstage absolviert wurden – im Verlauf verschiedener Übungssets.
    3. Die Patientin bzw. der Patient erlebt Selbstwirksamkeit und sieht, wie viel bereits geschafft ist.
    4. Das Aufkleben der Sticker gibt einen gesunden Dopaminschub und hilft, auch die schwersten Momente zu überstehen.
    5. Krisenmomente werden mühelos überwunden, und die Übungen werden nach einem Ausrutscher fortgesetzt.
  7. ERFOLG – Patient/in – Seite an Seite mit der Fachkraft

    Es geht nicht um Kontrolle, sondern um den Aufbau von Motivation. Die Therapie findet außerhalb der Praxis statt. Der Termin in der Praxis liefert nur Hinweise und eine Portion Wissen darüber, was und wie zu tun ist. Den Rest erledigt die Patientin bzw. der Patient selbst – deshalb müssen wir dafür sorgen, dass der Alltag leichter wird.

Ein Termin pro Woche baut keine Gewohnheit auf.

Die Fachkraft legt die Richtung fest, doch das Ergebnis stellt sich nur ein, wenn die Patientin bzw. der Patient nach dem Verlassen der Praxis übt. Regelmäßigkeit zwischen den Terminen ist wichtiger als eine einzelne lange Übung. Eine kurze Einheit jeden Tag baut eine Gewohnheit auf und ermöglicht echte Fortschritte.

Es lohnt sich, bei einem einfachen Plan zu bleiben:

feste Uhrzeit, konkrete Aufgabe und ein sichtbarer kleiner Erfolg. Kindern fällt der Wiedereinstieg leichter, wenn sie wissen, was sie tun sollen und wozu. Fällt ein Tag aus, kehren Sie am nächsten Tag zum Plan zurück – jedem kann ein Ausrutscher passieren, doch am wichtigsten ist, zur regelmäßigen Arbeit zurückzukehren.

Unsere Tafel besteht aus 42 Feldern – aufgeteilt in 6 Wochen.

Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten über diesen Zeitraum zum Üben zu motivieren.
– Fachkräfte sagen, dass Patienten nach 2 Wochen aufgeben.
– Studien zeigen, dass sich eine Gewohnheit in 3 Wochen bildet, deshalb sollte die zweite Hälfte der Tafel schon reines Vergnügen und ein Sprint ins Ziel sein!

Wir wollen keine langweiligen Flyer produzieren, die erklären, worum es in der App geht.

Deshalb haben wir Kolok offline entwickelt – Flyer, Broschüre und Werkzeug für die Zusammenarbeit von Fachkraft und Patient/in.
Das Arbeitsblatt enthält Funktionen, die unsere App teilweise abbilden – nur funktioniert es ohne Strom.

So haben wir uns das ausgedacht:

1. Visuelle Motivation und Gewohnheitsaufbau (42 Übungstage).

Die Tafel wurde so gestaltet, dass sie das größte Problem der myofunktionellen Therapie löst – den Motivationsabfall, der bei den meisten Patientinnen und Patienten schon nach zwei Wochen auftritt. Sie bietet ganze 42 Tage Fortschrittsverfolgung (6 volle Wochen), also einen 3-mal längeren Zyklus als Standard-Arbeitsblätter. Für jeden absolvierten Tag klebt die Patientin bzw. der Patient einen bunten, rechteckigen Sticker mit einem Motivationsspruch auf, und der runde „Trophäen“-Sticker, der jede Woche krönt, sorgt für zusätzliche Zufriedenheit und hilft, die Gewohnheit der täglichen Routine zu festigen.

2. Individueller Therapieplan und Therapieziel an einem Ort.

Auf der Rückseite der Karte hat die Logopädin bzw. der Logopäde übersichtlichen Platz, um die Therapie zu personalisieren. Dort werden das Hauptziel, die empfohlene Häufigkeit sowie das genaue Übungsset mit Anzahl der Wiederholungen und Serien eingetragen. So muss die Patientin bzw. der Patient keine losen Zettel suchen – es genügt, die Tafel an einem gut sichtbaren Ort aufzuhängen (am Kühlschrank, Schreibtisch oder an der Tür), um jederzeit die vollständigen Vorgaben der Fachkraft griffbereit zu haben.

3. Schneller Zugriff auf Videoanleitungen auf YouTube.

Um Zweifel an der richtigen Technik auszuräumen, hat jede Übung im Verzeichnis eine eigene Nummer bzw. einen eigenen Code. Unten auf der Karte befinden sich ein QR-Code sowie ein direkter Link zum YouTube-Kanal ([youtube.com/@kolok-app]), auf dem kurze Anleitungsvideos zu jedem Code zu finden sind. So findet die Patientin bzw. der Patient in wenigen Sekunden das passende Video und kann auch zu Hause korrekt und sicher üben.

Das Konzept ist einfach – Arbeitsblatt herunterladen, ausdrucken und nutzen – und wenn Sie die App bevorzugen, laden Sie sie herunter und legen Sie los!

Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns – wir stellen für Sie ein Paket aus Arbeitsblättern und Stickern zusammen.

Ein kleiner Schritt jeden Tag = GROSSER Erfolg auf lange Sicht
Die Sticker-Tafel ist nicht nur ein ästhetisches Gadget, sondern vor allem ein durchdachtes Werkzeug zum Aufbau gesunder myofunktioneller Gewohnheiten. Dank der Visualisierung der Fortschritte sehen Patientinnen und Patienten, wie weit sie schon gekommen sind – das weckt den natürlichen Wunsch, den gesamten 6-Wochen-Zyklus zu Ende zu bringen.

Testen Sie
die App KOLOK.

Machen Sie aus dem Wissen des Artikels eine tägliche
Praxis – sehen Sie, wie KOLOK die Therapie zwischen den Terminen unterstützt.